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TU Berlin

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„Europäische Datensouveränität ist ein kritischer Erfolgsfaktor“

Prof. Dr. Volker Markl
Lupe

Prof. Markl eingeladen, vor dem EU-Komitee „AIDA“ über „Artificial Intelligence and Competitiveness“ zu sprechen.

Am Dienstag, den 23. März 2021, von 09:00-12:00 Uhr CET, organisierte das European Committee Artificial Intelligence in a Digital Age (AIDA) eine Anhörung zum Thema “AI and Competitiveness”. AIDA ist ein ständiger Ausschuss des Europäischen Parlaments, der den zukünftigen Einfluss von Künstlicher Intelligenz im Digitalzeitalter auf die Wirtschaft der Europäischen Union analysiert.

Das Event behandelte folgende Fragen: Welche Ermöglichungspotential für KI-Lösungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von EU-Unternehmen können durch ordnungspolitische Rahmenbedingungen geschaffen werden?; Wie kann eine innovativer und wettbewerbsfähiger KI-Sektor geschaffen werden?; Welche Herausforderungen bestehen für EU-Unternehmen, beim Eintritt in KI-Märkte und bei der Entwicklung und Integration von wettbewerbsfähigen KI-Lösungen?

BIFOLD Co-Director Prof. Dr. Volker Markl war eingeladen, einen Eröffnungsbeitrag im zweiten Panel zum Thema “How to build a competitive and innovative AI sector? What are EU enterprises challenges in entering AI markets, by developing and adopting competitive AI solutions?" zu halten.

Prof. Markl setzt sich seit Jahren aktiv für die europäische Datensouveränität und eine Datenanalyse-Infrastruktur ein. Für die AIDA-Anhörung stellte er drei zentrale Aspekte heraus:

1. "Die meisten der neuartigen KI-Anwendungen sind heute auf Fortschritte bei Systemen und Technologien für maschinelles Lernen (ML) und Big Data (BD) zurückzuführen. Aufgrund des internationalen Wettbewerbs muss die EU massiv in die Forschung investieren, um ML-Methoden und BD-Systeme der nächsten Generation zu entwickeln und parallel die Ausbildung stärken, um unsere Arbeitskräfte in deren Anwendung zu schulen. Insbesondere müssen wir eine Grundausbildung in Datenkenntnissen und Informatikkompetenzen, wie Datenprogrammierung, Datenmanagement und datenintensive Algorithmen, anbieten. Diese Fächer müssen während des gesamten Bildungsweges gelehrt werden (von der Grundschule über die Mittel- und Oberstufe bis hin zu den Universitäten, in allen akademischen Studiengängen)."

2. "Daten sind der neue Produktionsfaktor für unsere Wirtschaft. Europa muss wettbewerbsfähig sein. Wir brauchen eine unabhängige, technische Infrastruktur und ein Ökosystem, das es uns ermöglicht, sowohl Daten und Algorithmen als auch Speicher- und Rechenressourcen offen und umfassend zu erstellen, zu teilen und zu nutzen - jenseits von nordamerikanischen und chinesischen Lösungen. Wenn Europa die Zukunft der digitalen Welt durch seine Industrie gestalten will, müssen wir: (i) die digitale Souveränität im Bereich KI aufrechterhalten, (ii) technische Talente halten, (iii) datengetriebene Geschäftsmöglichkeiten und Bürgerwissenschaften erleichtern und (iv) im globalen Wettbewerb bestehen."

(3) "Die Mitgliedsstaaten müssen ein solches Ökosystem von Grund auf entwickeln und Nachfrage schaffen, indem sie eine ganzheitliche europäische Lösung ermöglichen. Wir müssen über den Datenaustausch und Multi-Cloud-Überlegungen wie GAIA-X hinausgehen und uns stattdessen auf die Entwicklung einer einfach zu bedienenden, integrierten Einzelplattform konzentrieren, um Daten zu speichern, Algorithmen zu hosten und die Verarbeitung durchzuführen. Die Schaffung eines solchen Ökosystems sollte die Komplexität und Kakophonie von zu vielen Beteiligten vermeiden. Stattdessen sollte es von einer einzigen Institution mit einer klaren Vision, Mission und Zielsetzung entwickelt werden. Es sollte Marktgrößenvorteile nutzen, den Grundsätzen des Software-Hardware-Co-Designs folgen und die jüngsten technologischen Fortschritte in den Bereichen Vernetzung, verteilte Systeme, Datenmanagement und maschinelles Lernen berücksichtigen. Außerdem sollte es EU-Startups, Unternehmen und EU-Bürgern ermöglichen, Daten und Algorithmen zu teilen sowie KI-Anwendungen in offenen und geschützten Räumen zu erstellen, zu verarbeiten und anzubieten."

Die Anhörung wird öffentlich via Webstream ausgestrahlt. Weitere Informationen sind verfügbar unter https://www.europarl.europa.eu/committees/en/aida-hearing-on-ai-and-competitiveness/product-details/20210210CAN59709.

Zu den Themen Dateninfrastruktur und Europäische Datensouveränität äußerte sich Prof. Markl auch in einem Interview mit dem Tagesspiegel.

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