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TU Berlin

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Deutsch-japanischer Workshop in Berlin: Maschinelles Lernen und Big Data gemeinsam denken und voranbringen

Am Anfang der Neunziger Jahre war Klaus-Robert Müller, Professor für Maschinelles Lernen an der TU Berlin und Leiter des Berliner Zentrums für Maschinelles Lernen (BZML), das erste Mal für einen Forschungsaufenthalt in Japan. Seitdem wächst die Kooperation zwischen RIKEN, dem größten japanischen Forschungsinstitut, dem BZML und auch dem Berlin Big Data Center (BBDC) stetig. So wurde im Jahr 2017 ein Memorandum of Understanding von Masashi Sugiyama, dem Direktor von RIKENs Center for Advanced Intelligence Project (AIP), und Klaus–Robert Müller, stellvertretend für das BBDC in Japan unterzeichnet.

Am 9. und 10. September 2019 fand nun ein deutsch-japanischer Workshop zu maschinellem Lernen (ML) und Big Data in Berlin statt. Volker Markl, Klaus-Robert Müller und Masashi Sugiyama hatten dafür Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des RIKEN Instituts, der TU Berlin, des Fraunhofer HHI, des MDC und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) eingeladen, um gleichzeitig den deutsch-japanischen Austausch und die Kooperation in der Intersektion von ML und Big Data zu fördern.

Klaus-Robert Müller betonte in seiner Begrüßung, wie wichtig der Austausch über Ländergrenzen und Generationen hinweg sei. Volker Markl, der auch Professor für Datenbankensysteme und Informationsmanagement an der TU Berlin ist, sprach sich insbesondere dafür aus, auch über die Grenzen der fachlichen Disziplinen von ML und Big Data Management hinweg zusammenzuarbeiten. Nur so würden sich die großen Herausforderungen und offenen wissenschaftlichen Fragen unserer Zeit lösen lassen und der immense Fortschritt in beiden Disziplinen angemessen genutzt werden.

Dieses Ziel steht in Berlin nicht nur als Forderung im Raum, sondern wird intensiv von Klaus-Robert Müller und Volker Markl vorangetrieben. Anfang September diesen Jahres wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bekanntgegeben, dass die nationalen Kompetenzzentren BZML und BBDC zu einem großen gemeinsamen Zentrum zusammengelegt werden sollen. Dies ist gleichsam eine Anerkennung der herausragenden Forschungsleistungen der beiden Zentren als auch eine Stärkung ihres Wirkungskreises. So werden in Zukunft auch auf institutioneller Ebene ML und Big Data noch stärker zusammengedacht und die historisch vorhandene Trennung der Disziplinen, die doch eigentlich zwei Seiten derselben Medaille sind, stückweise aufgelöst.

Der Leiter der japanischen Delegation, Masashi Sugiyama, der auch seinerseits auf viele Forschungsaufenthalte in Deutschland (u.a. gefördert von der Alexander von Humboldt Stiftung) zurückblicken kann, schloss sich diesen Gedanken an und stellte dem Publikum die japanische Forschungslandschaft, sowie die Arbeit des  2016 für die Entwicklung von Technologien im Bereich Künstlicher Intelligenz geschaffenen AIP vor. Auch gesellschaftliche Themen sollen durch die Forschung des AIP adressiert werden, beispielweise im Bereich der Pflege von älteren Menschen. Dieses Thema ist für Japans alternde Gesellschaft eine der drängendsten sozialen Herausforderungen.

Im Laufe der beiden Workshoptage stellten abwechselnd deutsche und japanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre aktuelle Forschung vor. Dabei gingen die Vortragenden sowohl auf neu entwickelte mathematische Konzepte ein, als auch auf konkrete Anwendungen in den Naturwissenschaften und im Bereich gesellschaftlicher Fragestellungen. In den Pausen hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, sich im Foyer auch mit jungen Forscherinnen und Forschern weiter auszutauschen, wo diese ihre Projekte mit Postern präsentierten. 

So boten die beiden Workshoptage einen hervorragenden Einblick in die komplexen Themenbereiche des maschinellen Lernens und Big Data und zeigten auf, wie diese beiden Disziplinen trotz und gerade wegen ihrer Komplexitäten stärker vereint werden sollten. Klaus-Robert Müller dankte zum Abschluss allen Teilnehmenden für ihre wegweisenden Arbeiten. Beide Tage hätten gezeigt, dass die konkrete Zusammenarbeit in beiden Themenbereichen sehr gut funktionieren kann und dass die ergiebige Kooperation mit den japanischen Kolleginnen und Kollegen auch in Zukunft intensiv vorangetrieben werden soll.

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